Ratgeber Lungenkrebs

Ratgeber für Betroffene und Angehörige

Die Entstehung von Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Der Begriff Krebs umschreibt eine bösartige Neubildung, eine unkontrollierte Teilung von Zellen eines Organs oder Gewebes, die zur Entstehung eines Tumors führt. Bösartige Tumoren zeichnen sich durch ein unkontrolliertes, autonomes Wachstum aus – die veränderten bzw. entarteten Zellen vermehren sich ungehindert. Besagte Krebszellen können das umliegende Gewebe infiltrieren, also in jenes hineinwachsen und es zerstören. Über die Blut- und Lymphbahnen können sie schließlich in andere Organe gelangen und dort Metastasen (Töchtergeschwülste) bilden, indem sie sich dort festsetzen und ausbreiten. Bei Metastasen in der Lunge sind Krebszellen von einem anderen Entstehungsort über den Blut- und Lymphweg in die Lunge geraten und haben sich hier angesiedelt und vermehrt.

Ein Tumor ist allerdings nicht zwangsläufig bösartig (maligne). Tumor bedeutet Geschwulst – eine örtliche Anschwellung von Gewebe – und diese kann durchaus gutartig (benigne) sein. Ein gutartiger Tumor unterscheidet sich vom bösartigen durch ein langsameres, nicht infiltrierendes Wachstum – er bleibt vom umliegenden Gewebe klar abgrenzbar. Darüber hinaus bilden gutartige Tumore keine Metastasen.

Grundsätzlich geht man heute davon aus, dass der Entstehung von Krebs eine Veränderung des Erbmaterials von Körperzellen zugrunde liegt. Und in der Folge kann das Zellwachstum fehlgesteuert sein. Da jedoch viele Menschen entsprechende genetische Veränderungen aufweisen, ohne jemals zu erkranken, müssen für die Entstehung von Krebs offenbar mehrere Faktoren zusammenwirken. So ist der wichtigste äußere Faktor beim Bronchialkarzinom das Rauchen.

Risikofaktoren bei der Entstehung von Lungenkrebs

Bis zu 90 % der männlichen Patienten mit einem Bronchialkarzinom sind oder waren aktive Raucher. Das Passivrauchen ist ebenfalls ein wesentlicher Risikofaktor – je länger Passivraucher dem Tabakrauch ausgesetzt sind, desto größer wird das Erkrankungsrisiko. Problematisch ist neben den krebserzeugenden Substanzen im Zigarettenrauch das Benzo(a)pyren, ein Stoff, der ein für die Krebsabwehr zuständiges Gen schädigt. Gelingt es einem Raucher, sich von seiner Sucht zu befreien, kann das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken mit der Zeit wieder sinken.

Weitere äußere Risikofaktoren, die zur Entstehung des Bronchialkarzinoms beitragen und bei denen aktive Raucher besonders gefährdet sind, können radioaktive Stoffe und Gifte wie Asbest (das auch das Mesotheliom, den Krebs des Lungenfells verursacht), Uran, Chrom-Verbindungen, Kadmium, Nickel, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder Radon sein. Lungenkrebs gilt bei Uran-Bergarbeitern als anerkannte Berufskrankheit. Daneben kann eine hohe Schadstoffbelastung der Luft, zum Beispiel durch Dieselruß, das Lungenkrebsrisiko erhöhen. Außerdem werden Ernährungsfehler, Schimmelpilze und einige Virusinfektionen zu den Risikofaktoren gezählt. Entscheidend für die Entstehung eines Bronchialkarzinoms ist bei allen äußeren Risikofaktoren letztendlich die Zeitdauer und die Menge der Aufnahme von krebserregenden Stoffen. Überdies stellen Lungennarben, welche zu chronisch-entzündlichen Reizungen neigen, ein Risiko dar. Sie können nach Operationen, Lungeninfarkten oder einer Tuberkuloseerkrankung entstehen.

Christa Windmüller

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